Mütter - Für sie

 Ich habe dich 
in unzählige Worte gesät
und in unzählige Verse verpflanzt
damit du harauswächst
als Gedicht.
Ich habe 
dich auswendig gelernt
und immer wieder kam ein Wort dazu,
ein Vers dazu 
und du bist immer noch ein unendliches Gedicht.

Ich habe dir einen Regenbogen gemalt
und du zeigtest dich mir
als pastellgrüne Hoffnung,
damit ich nicht vergesse,
dass Leben immer grünt wenn man hofft.

Wie Morgentau habe ich dich
mit meinen Herzregentränen berührt,
umarmte dich endlos
und aus dir wuchsen Herzblätter.

Und manchmal sitze ich da
und warte auf dich
und dann zeigst du dich
auf einem Flügel des Windes
und lächelst mit zarten
engelsblauen Blümchen auf meinem Sommerkleid
das ich heute für dich anziehe.

Und ich fühle mir dich nah.





Musik für das Besondere in uns

Es regnet immer noch und es kalt. Hat der Himmel so viel Pessimismus  angesammelt, dass er unaufhörlich weinen muss?

Ich liebe den Regen, aber heute ist der Regen melancholisch und nicht erfrischend. Heute ist er ein eiskaltes Nass. Und der Regen wird zu einem Perpetuum mobile, dass die Melancholie kontinuierlich zu machen versucht.

Und weil es draußen kalt ist und ich mich mit diesen fiesen Nebenwirkungen herumschlage, gibt es Hühnersuppe mit feinen Nudeln. Und das gekochte Hühnerfleisch und das Wurzelgemüse wird in einem Nudelsalat verarbeitet, der auch warm gegessen werden kann.

Wer in Bewegung bleiben will, muss sich bewegen. Ich habe Nils abgeholt, bisschen mit Omi Elke über die Götter und die Welt gequatscht.

"Ich habe Hühnersuppe und Nudelsalat gekocht und du kommst mit zum Essen." habe ich sie eingeladen und gleich mitgenommen.

Für Lars habe ich Suppe und Salat zu Seite gestellt. Wenn er vom Dienst kommt, freut er sich über ein warmes Essen.

Es wird nichts weggeschmissen. Weder das Suppenfleisch noch das Wurzelgemüse(Karotten, Petersilie, Pastinaken, Selerie, Kartoffeln). es wird alles klein geschnitten und vorsichtig vermengt. Saure Gurken, Zuckererbsen und Mayonnaise und Senf daruntergemischt, wie eine Torte geformt und mit Mayonnaise und Ei garniert.

Den Mädels hat es geschmeckt und Omi Elke erst recht. Ich habe in ihr immer eine objektive Kritikerin.

Nach dem Essen saßen wir im Wohnzimmer und schauten Nils beim Nickerchen zu. Er schläft gut, auch wenn es um ihn herum nicht still und leise ist. Er mag Stimmen um sich herum.

"Woher hast du so gute Musik? Welcher Sender ist das denn?" fragte sie. HR1 über Webradio.

"Ich habe so etwas nicht?" fragte sie. Sie hat eine alte Anlage, aber ich habe mir diese nie näher angesehen.

Ich lud ihr das App auf ihr Handy.

Heute gibt es Rock in HR1 und Omi Elke war schnell verschwunden. Rock!!!!!

Omi Elke ist 67, drei Jahre älter als Maman. Auf eine Art habe ich zwei Mami's. Maman war ein außergewöhnlich musischer Mensch. 

Omi Elke hört eher Radio. Und da sie weder gut Elsässer Dialekt versteht und Französich mit den vielen Redewendungen nicht gut übersetzen kann, ist sie jetzt überglücklich über Web Radio Antenne Koblenz, HR1 und FFH zu hören. Wir werden ihr eins kaufen. Sie freut sich bestimmt darüber.

Sie hat nur uns sonst niemanden. Ihre Freundinnen scheinen sie seit Corona aus ihrem Leben ausgeblendet zu haben.

Bestimmt fühlt sie sich extrem einsam. Sie hat uns.....aber das ist nicht das Selbe.

Ob sie meinen Vater vermisst? Ich habe sie nie gefagt. Es gibt Dinge über die redet man nicht und man fragt nicht danach.

Einmal sagte sie so nebenbei. "Manchmal fehlt er mir und es schmerzt als hätte man mich amputiert. Ein Teil ist nicht da, aber es schmerzt trotzdem. Und dann denke ich wie er oft war und dann verliert der Schmerz an Intensität und ich denke ans Weitermachen. Ich habe niemanden außer euch."

Sie müsste sich nicht die Einsamkeit überziehen wie einen Mantel, wäre da nicht diese Seuche. Aber sie hatte sich ja schon davor abgeschottet. Jahrelang vom altern Herrn eingeschüchtert zu werden, bleibt nicht ohne Folgen. Ich möchte nicht wissen, wie oft er auf sie eingeprügelt hat. Sie meinte einmal dazu: "Lass das ruhen, sonst kann ich nicht einschlafen. Er war kein schlechter Mensch. Er fühlte sich nur schnell untergraben." Ich habe sie nicht gefragt, ob er gut zu ihr war oder ob er sie verprügelt hat wie er es bei Maman getan hat.

Sie war anhin ein anderer Mensch. Sie freute sich wie ein Kind über das App. Dann war es  ihr urplötzlich peinlich, sich so über die Apps zu freuen. Die kleinen und großen Freuden lindern ihre Einsamkeit nicht, weil es keine Reflektionen gibt um sie zu amplifizieren. Alles braucht eine Gegenseitigkeit und diese findet man nicht in der Familie, sondern nur in dem Menschen den man liebt und von dem man geliebt wird. Diese Einsamkeit können die Familie und die Freunde nicht ersetzen.



Cycle: Briefe an die Liebe VI

Ich bin still. Ich schweige
weil Stille nach "Bleibe bitte noch einen Augenblick hier" schmeckt.
Ich schweige, 
weil ich dir in all der Stille von mir, 
von dir, 
von uns erzähle.

Ich schließe meine Augen, 
wenn ich möchte, 
dass du mich umarmst. 
Ich schließe meine Augen 
und du bist mein Wind, 
Regen, Sonne, Nebel, Blatt, Nacht, Flüstern. 
Ich schließe meine Augen, 
weil es eine Lebensgeschichte 
zwischen unseren Augenlidern gibt, 
unsere Geschichte.

Das Leben ist das, 
was wir in unserer Seele tragen. 
Das Leben bringt nach einer Träne ein Lächeln hervor. 
Das Leben ist der Traum, 
der morgens die Augen öffnet und der Gedanke, 
den wir beim Einschlafen mitnehmen.
Das Leben ist Glück, 
und Glück ist alles Unaussprechliche, 
das die Kraft hat, dich und mich zum Lächeln zu bringen.
Du hast die Kraft mich zum Lächeln zu bringen
an einem stürmischen, regenvollen, hagelvollen Tag.

©Émilia

Mit den Hörnern durch die Wand

Manchmal entscheide ich mich zu schweigen. Nicht über Dinge zu reden, die eigentlich nur mich selbst betreffen. Wozu jemanden zu beunruhigen, wenn ich in der Lage bin mir selbst zu helfen.

Und wenn ich schweige, heißt das nicht, dass ich Gleichgültigkeithege was um mich herum passiert, oder dass ich  nichts zu sagen habe, nicht vertraue oder Menschen nicht an mich heran lasse. Im Gegenteil, ich sage so viel wenn ich schweige.  Aber in mir gibt es eine Explosion von Ideen, Fragen, Ängsten, Träumen und wozu soll ich jemanden beunruhigen?

Ich beschließe nicht über meine Ängste zu reden .....was ist wenn .....ich fühle mich als hätte ich den Mist eingefangen....was ist wenn ich mich nicht erhole.....ich hoffe alles beruhigt sich. Mein Herz, mein Körper als wäre der ganze Sand durch meine Faust geflossen, wie früher, als ich früher mit den Fäusten Sanduhr gespielt habe. 

Es gibt Stille, es gibt Stille vor dem Sturm in mir.

Ich muss mich irgendwann aufraffen und alles testamentarisch regeln. Mit Lars, mit René....die Mädels...Zoé und Nils....
Für alle Fälle....

Mit Omi Elke rede ich über fast alles. Sie hört zu.....Sie fällt einem nicht ins Wort......sie hört genau zu .....und dann sagt sie ihre Meinung dazu, erzählt ihre Sichtweise.....

"Du unterschätzt dich immer?" sagte sie zum Thema "Stärke"  und über meinen Traum in dem ich mich hilflos fühlte."Du hast jetzt ein paar Nebenwirkungen und dein Körper hat im Schlaf darauf reagiert."

Mein Vater war Agnostiker. Er war kein Atheist. Und wie ich, glaubt er nicht an Sternzeichenkram. Und Omi Elke hat sich so an Vater geklammert und denkt fast wie er.

Wenn es um die Sternzeichen ginge, Fabian und sind Zwillige, beide März-Widder. Trotzdem waren wir nicht gleich. Er war der Ruhigere und ich der Wirbelwind. Er konnte so tun als wäre ihm alles gleichgültig um sich herum und ich rebellierte innerlich und äußerlich.

Er traf keine spontane Entscheidungen....er suchte immer das Gute im Menschen. Für mich war immer alles endlich. Weg damit und Fin. Es gab nie eine Versöhnung, nie ein Zurück. Ausradiert aus Herz und Sinn.

Er ging auf Menschen zu, ich renne davon weg. Er redete nicht einmal mit mir über das was ihn beschäftigte, aber er kritisierte mich immer für meine falschen Entscheidungen. Er war besser als ich es bin.

René ist Aprilwidder. Er ist ein Pragmatiker, Mit ihm kann man üüber das Wetter reden, aber fragt man ihn wen er liebt und wie er sein Leben führt, sagt er ganz knapp und bündig: Kümmer dich um dich, nicht im meine Seelenheil. Aber wenn ich ihm sage, mir geht es Scheisse, würde er mir sein letztes Hemd geben. Und ich ihm auch. Wir sind unterschiedliche Widder. 

Ich gehe wirklich mit den Hörnern durch die Wand.

Lars sieht es anders. Er wurde von seiner Mutter allein erzogen. Die Vaterfigur fehlte ihm. Er sieht mich als Führungsmensch. Ich entscheide nicht ohne ihn über Gemeinsames. Ich frage schon "Ist das OK für dich?" und innerlich habe ich schon entschieden. Ich mag keine Machtkämpfe. Und er mag die Gleichberechtigung. Und ich merke das bei seinem Bruder. Er und meine Schwägerin entscheiden ebenso gleichberechtigt.

Omi Elke, alles hat seinen ganz logischen Sinn. Sie hat eine logische Art mich zu beruhigen.

"Wieso sagte Fabian im Traum ich sei eine Idiotin? fragte ich Elke

"Du hattest über 39°C Fieber, da ist man nicht bei sich und träumt wirres Zeugs. Du hast dich im Fieberwahn an ihn erinnert . Ihr hattet euch immer irgendwie für jeden Scheiß in der Wolle. Habt ihr als ihr klein wart miteinander gerauft?"

"Absolut nicht! Niemals!" sagte ich. Ich kann mich an keine Rauferei erinnern. Wir haben uns nur gestritten, weil er mich bei Maman immer verpetzte. Aber als Erwachsene waren wir füreinander immer da.

Das ....ich muss es klären....wenn mir etwas passiert......alles notariell festhalten......

Ich habe immer noch 38, 7°C Temp. und ich fühle mich wie vom Wolf gefressen und ausgespuckt....








Spontane Entscheidungen

 

    Mal abgesehen davon, dass ich mich immer und in jeder Lebenslage spontan entscheide, habe ich mich auch dieses Mal sehr spontan entschieden.
Ich hatte heute meinen 1. Impftermin mit BioNTech.
Mittlerweile sind alle Erwachsenen in meiner Familie geimpft. Nur ich habe mich bis anhin dagegen entschieden. 
Ausnahme....ausgenommen....ich möchte keine Ausnahme sein,  eine Alle-nur-ich-nicht sein. 
Man hat mir davon vorerst abgeraten wegen den immer noch viel zu vielen Nebenwirkungen, aber Pustekuchen, ich weiß...ich kenne.....und  entschieden ist entschieden.Jeden Augenblick müssen die eine oder Entscheidung treffen, eine Antwort auf eine Frage geben, oder eine Frage stellen. Jeden Augenblick müssen wir wählen.
Dies ist nicht das, worüber ich jetzt sprechen möchte, über die Momente, die unendlich begrenzten, entscheidenden Momente, die uns auf einen Weg, oder von einem Weg zum anderen führen. Jetzt denke ich an jene Augenblicke, in denen ich nicht wähle, mich nicht entscheide, keine Antwort geben möchte und auch keine Fragenn stelle.

Lars wollte mitkommen, aber ich brauche niemanden zum Händchenhalten. nach einer langen Diskussion, durfte er mich sogar hinfahren.
Heute um 8:00 Uhr hatte ich den ersten Termin. 
Ich hatte eine Urangst- nicht vor dem Pieks- vor den Nebenwirkungen.

Es ist wie es ist, man kann dem Schicksal nicht ausweichen, also was kommen wird,  iwird eh kommen, früher oder später.
Ich wollte noch zu Ende denken, "wer hat die impfen gelernt? Ein Tierarzt beherrscht es besser," var es schon vorbei.
Ich fuhr noch anschließend in die Praxis, habe bis 16:00 Uhr gearbeitet. Der Einstich schmerzte letztendlich immer stärker, so als würde jemand mich am Oberarm festhalten.
Jetzt bin ich müde. Ich könnte auf der Stelle einschlafen. 
Hoffe ich finde noch das Bad und mein Nest rechtzeitig. Ja nein, habe blöd entschieden....ich hoffe ich komme durch.....
was wenn nicht....ich habe Angst...aber ich habe diese ganze Seuche, diese ganze Covid Scheisse, die ganzen Einschränkungen satt.
Dienst und die vier Wände und den Garten.....ich kenne alles auswenidig...jeden Stein, jeden Ast am Baum und jeden Zweig....den Hasenbau, das Eichhörnchennest. Ich woll rausfahren und nicht nur so weit die Felder reichen und die alte Feldhütte beim Zusammenfallen zu bewundern und versprechen:
"Dich richten wir wieder schön her." Und beim nächsten Lockdown das ganze Vorhaben zu revidieren.
Ich will ans Meer, ich will wandern bis meine Fußsohlen brennen. Ich will im Sand liegen und den Himmel beobachten. Ich will in die Alpen und nicht daheim im Garten sitzen oder liegen und lesen.
 Zoé schläft bei Noelle und Fabienne und Tante und René haben Nils abgeholt.
Lars hat Spätdienst und ich habe 2 h geschlafen, wirres Zeugs geträumt und bin mit Fieber aufgewacht. Irgendwie konnte ich im Traum nicht rennen. Ich konnte nur rückwärts gehen......pass auf du fällst hin...... sagte jemand.....und ich ging rückwärts auf dem Feldweg.....und plötzlich hatte ich neue Baskettballschuhe an den Füßen und konnte die langen Schnürsenkel nicht binden. Sie gingen immer auf......
In der Schule mussten wir sie beim Sport tragen, weil sie angeblich die Gelenke schützen. Ich konnte diese klobigen Dinger nicht ausstehen. 

Im Radio lief 

Und wenn Meat Loaf dann mehr davon Jetzt möchte ich  tanzen zum fit werden. Mein Kreislauf ist mit mir konform, allso liege ich auf der Couch und friere. Der Wetterfrosch hat schlechte Laune und stürmt, schneit, hagelt und regnet zugleich. Er fegt die Blüten von den Obstbäumen.
"Immer mit den Hörnern durch die Wand." würde Oma sagen.
Tatsächlich habe ich Gliederschmerzen und meine Beine schmerzen als wäre ich einen Marathon gerannt.


Cycle: Briefe an die Liebe 5

 


Ich habe dir sehr lange nicht geschrieben.

Wie du weißt und fühlst, bin ich am Ausmisten. Ich miste um mich herum aus und versuche auch mein Ich auszumisten.

Wir haben heute den ersten Mai. Le Muguet Du Premier Mai. Und  heute verschenkt man an Menschen die man liebt oder mag einen Maiglöckchenstrauß. 

Ich habe mal gelesen "Deux choses sont impossibles: voir Dieu de ses propres yeux et raconter l'histoire de l'amour."  Zwei Dinge sind unmöglich: Gott mit eigenen Augen zu sehen und die Geschichte der Liebe zu erzählen.

Heute schreibe ich einen Maiglöckchenliebesbrief an dich - ich bringe über meiner Herztür ein Maiglöchchen für dich an. Mag sein, dass ich dich und alles was du mir bist, annähernd richtig beschreibe.

An meine Herzwände schreibe ich heute für dich.

Mit dir geht mein Herz auf mit dem Morgenrot,
mit dir steigt es am Mittag asthenisch auf,
es legt sich  mit dir mit dem Abendrot schlafen
und es trägt dich im Traum in der Nacht.

Mit dir kann ich Streit sein
und Versöhnung zugleich
Mit dir bin ich Alles und Nichts
und du bist mir Alles und Nichts

Bei dir blüht sogar ein vom Baum gebrochener Zweig auf
bei dir bin ich groß, bin ich klein.
Bei dir ist es schön und manchmal unschön.
Ich bin dir Ast und Blüte und Frucht
und du bist mir Baum und Leben.

Du belebst meine Poesie,
du bist mir Sehnsucht
du bist mir Lied
ich bin dir Note
und mit dir bin ich Tanz und Tango.
Mit dir bin ich Metapher
Mit dir ist nicht einmal die Traurigkeit traurig
mit dir kann ich Tränen regnen,
wenn ich weine, wenn ich lache.
Mit dir bin ich Elegie.

Ich bin dir ungerecht und gerecht.
Ich bin dir herzwarm und gletscherkalt.
Du bist mir Schatten und Licht,
Sonne und Mond zugleich.
Du bist mein Zauberer und ich deine Muse.
Wir verzaubern und untzaubern uns
nach Lust und Laune.

Mit dir ist der Würfel sogar kugelrund
und ich bin Teufel und Engel zugleich.
Mit dir ist es gut und schlecht und besser,
mit dir bin ich lebendig, agil und habe Farbe
und du bist mir Herz und Leben und Gedanke.

©Émilia

Ich vergesse es oft, das und viel mehr dir zu sagen und versuche nach deinen Gesetzen zu leben.
So beschreibe ich dich Liebe, wie ich dich lebe.







Cycle: Musik in der Stille